Anleitung zum Glücklichsein

Wenns nur so einfach wäre. Doch manche Ansichtsweisen können durchaus helfen, etwas lockigflockiger durchs Leben zu gehen. Ein Versuch ists wert. Hier sind 7 Punkte, die ich mir immer dann zu Herzen nehme, wenns mal wieder gar nicht so läuft, wie es sollte.

 

Denn manchmal ist das Leben ja wirklich nicht sehr charmant. Es schleudert einem unschöne Gegebenheiten mitten und ungefragt ins Gesicht und wir müssen dann einfach selber schauen, was wir daraus machen. Und manchmal ist das Leben auch einfach derart ereignislos, grau und trüb, dass einem vor lauter Langeweile und Sinnlosigkeit ganz kirre wird. Und dies während unsere Facebookfreunde pausenlos Häppchen aus ihrem schillernden Leben posten. Und ja, natürlich wissen wir, dass auch deren Leben nicht immer so aufregend ist. Aber das kommt, je nach Tagesform, in uns drinnen nicht immer an. Manchmal ist einfach alles blöd.

Es gibt Menschen, denen scheint tagaus tagein die Sonne aus dem Hintern. Strahlend hüpfen sie mit einem beseelten Lächeln durchs Leben. Manchen kaufe ich das sogar ab, ja. Anderen nicht. Ich gehöre auf jeden Fall nicht zur Sonnenfraktion. Ich grüble viel zu oft rum, plane Tage durch, die noch gar nicht da sind und mache mir intensiv Sorgen über Dinge, die mit grosser Wahrscheinlichkeit niemals eintreten. Aber das kann ich dafür gut. Eigentlich müsste ich regelmässig ein Wölkchen über meinem Kopf haben. So wie Olaf aus Frozen.

 

Natürlich sind wir, die hier in der Schweiz leben, gar verwöhnt. Uns fehlt es an nichts. Schon klar. Die Grundbedürfnisse sind gestillt. Wenn man nun noch gesund ist, und seine Liebsten auch, dann ist alles top. Wir können uns nicht beklagen. Und dennoch gibt es diese klassischen Scheisstage, unerfüllte Wünsche, ja auch kleine Schicksalsschläge und andere Dinge, die uns runterziehen. Der Mensch passt sich seiner Lebenssituation nunmal an und manche klagen auch auf gar hohem Niveau.

 

Manchmal hilft da sogar nur ein kleines Sprüchli, dass jeder schon mal irgendwo gelesen hat. Ihr kennt sicherlich das altbekannte Gelassenheitsgebet:

 

Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

 

Das muss man sich manchmal einfach wieder mal unter die Nase reiben.

 

Ich habe schon immer gern gegrübelt. Ich kann auch lange einfach so da sitzen und ins Leere starren, während meine Gedanken Fangis spielen. Von aussen wirkt alles still, und innerlich rumpelt es. Dabei täte so ein bisschen innerliche Stille eben schon auch gut. Stichwort Meditation. Klar. Aber das habe ich irgendwie nie hingekriegt. Zu laut und schlecht erzogen sind meine Gedanken. Sie hören einfach nicht auf mich.

 

Wenns dann aber wirklich hart auf hart kommt und mich die schlechte Stimmung am linken Zeh packt und in den  tiefen, dunklen, miefigen Schlund der Freudlosigkeit hinabziehen will, drücke ich mal kurz auf die Stopp-Taste und reflektiere, versinke in einem esoterischen Buch, oder ich zerpflücke ganz pragmatisch die Gesamtproblematik und nehme mir 7 Dinge vor.

 

 

 

7 DINGE DIE DAS LEBEN EINFACHER MACHEN. ECHT JETZT.

 

AKZEPTIEREN

Dinge passieren. Darauf haben wir oft keinen Einfluss. Die Situation allerdings, wie sie ist, erst mal so zu akzeptieren, ist der erste Schritt in die seelische Besserung. Denn es ist wie es ist. So absurd und unnötig und furchtbar sich gerade alles anfühlt. Man wurde betrogen. Die olle Nilpe wird jetzt euer Chef. Der Umzug in die neue Wohnung war aus diversen Gründen doch die falsche Entscheidung. Das Traumhaus mit dem hübschen Garten habt ihr nicht gekriegt. Und das eben gekaufte Occasionsauto ist Schrott. Da gibt es so viel, dass schiefgehen kann. So sehr man es sich auch wünschen mag, dass es nicht so ist. Es ist nun mal so. Punkt.

 

 

ENTSCHEIDEN

Nun hat man die unangenehme Situation akzeptiert. Wie weiter.

Die Stimmung ist jetzt sicherlich eher betrübt. Und das wird viele gute Gründe haben. Aber im Endeffekt ist es so, dass wir allein entscheiden, wie wir uns jetzt fühlen. Das macht niemand von aussen. Man kann sich jetzt also in der Trostlosigkeit suhlen und das tut manchmal ein paar Tage lang sogar gut, aber man sollte dann auch wieder auf die Hinterbeinchen stehen und entscheiden, wie man sich ab jetzt fühlen wird. Ob man schwermütig ist und bleibt, kann man selber entscheiden. Ja, wirklich. Was und wie man über eine Sache denkt, trägt nämlich viel zur Verfassung bei. Ertränkt man sich in negativen Gedanken: Guet Nacht am Sächsi. Macht man sich aber Mut und denkt positiv, dann wirkt sich das natürlich aufs Befinden aus.

Sind wir also wütend, enttäuscht oder eben traurig, dann sind wir das ganz alleine. Niemand anderes. Man macht damit weder jemandem einen Gefallen, noch straft man jemandem mit seinem Leid. Auch nicht den bekloppten Autofahrer, der einem gerade den Weg abgeschnitten hat. Dem ist egal, wenn wir im Auto fluchen und uns noch eine Stunde danach darüber ärgern. Nur wir selbst leiden und stellen uns damit gleichzeitig Steine in den Weg. Gefühle kann man beeinflussen. Und es bringt in der Regel auch nichts jemand anderem die Schuld für sein Unglück zu geben.

 

 

GEDANKEN STEUERN

Die berühmte Kraft der Gedanken. Wir können uns Negativität ganz einfach selbst kreieren, indem wir uns immer und immer wieder sagen, dass etwas, dass allenfalls wirklich nicht gut ist, nicht gut ist, dass etwas unerhört ist, dass man etwas nicht kann, nicht aushält, sich im Oje-Oje suhlen. „Nur wir selbst leiden unter unserem Denken“, schreibt der Autor Thomas Hohensee in seinem Buch „Gelassenheit beginnt im Kopf“.

Was auch immer vorgefallen ist, das Leben geht erbarmungslos weiter, die Erde dreht sich, die Sonne geht unter und wieder auf. Über 7 Milliarden Menschen haben von diesem Vorfall nichts mitbekommen.

Und ALLES geht vorbei. Das Gute, klar, aber eben auch das Schlechte.

 

 

AUFS GUTE KONZENTRIEREN

Man findet jeden Tag sicherlich eine stattliche Anzahl von Dingen, die nicht so gut gelaufen sind. Oder einen geärgert haben. Aber wohl auch genau so viele Dinge, und sind sie noch so klein, die schön waren. Die Spannweite reicht vom Marienkäfer der über den Finger spazierte, über das schöne Wetter bis zu einer lieben Person, die man ganz überraschend angetroffen hat und zusammen Kaffee trinken war. Man sollte sich einfach bewusst auf die guten Dinge des Tages konzentrieren. Das ist auch eine hervorragende Übung für jeden Tag. Das kann man abends im Bett machen. Anstatt dass mich sich nochmal durch die negativen Geschehnisse hindurch nervt, lässt man die einfach bleiben und denkt an ein paar schöne Dinge. Wem das schwerfällt, der kann die positiven Dinge auch niederschreiben. Irgendwas wird da einem ja hoffentlich schon in den Sinn kommen.

Hier auch eine dazu passende Idee für ein Ganzjahresprojekt.

 

 

HANDELN

„Es chunt alles ufs Mal“. Und manchmal scheint es auch wirklich so, als wäre man ein monströser Unglücksmagnet der jegliches Debakel anzieht. Dann sollte man sich in Ruhe hinsetzen und jede Sache EINZELN hervornehmen, begutachten und sich überlegen, allenfalls auch notieren, wie man dieses Problem lösen kann. UND ES DANN AUCH TUN. Wenn etwas wirklich nicht ok ist, dann nicht nur rumjammern, sondern bewusst und entschieden etwas daran ändern! Keine Hektik aufkommen lassen und nicht nervös rumwuseln. Einfach langsam. Knallhart. Eines nach dem anderen.

 

 

EINEN GANG RUNTERSCHALTEN

In Zeiten, in denen einem alles zuviel wird, der Posteingang des Mailaccounts überquillt, der Kindergeburtstag kurz bevorsteht (der nebst Geschenk und Kinderparty, auch Verwandtschaftstreffen und Kuchen für Kita, Schule oder Kindergarten beinhaltet und dies währenddem man ein wichtiges Projekt abschliessen müsste), das Auto neue Pneus braucht, die Waschmaschine kaputt ist, alle Strumpfhosen Laufmaschen haben, die Kinder neue Gummistiefel brauchen, das Glas mit den in Öl eingelegten Artischocken auf dem Küchenboden zerschellt, die Frisur zum Schreien ist und man sich auch noch einen Nagelpilz eingefangen hat (man also mal kurz durchdrehen möchte), da hilft nur dieser eine Grundsatz: TÜÜF DURESCHNUUFE U DENN EIS UMS ANGERE! Niemand ist einem böse, wenn man all die kleinen Pflichten nicht hundertprozentig zu aller Zufriedenheit erfüllt. Das geht in manchen Fällen sogar beim Chef. Die wenigsten von uns operieren am offenen Herzen. Und vieles wird wichtiger gemacht als es ist. Und man kann auch mal etwas sausen lassen.

Und GANZ WICHTIG: Hilfe in Anspruch nehmen! Von Verwandten, Freunden, den Kindern (!) und dem Partner. Daran musste ich auch ganz fest denken, als ich Tanja Kummers grossartigen Roman „sicher ist sicher ist sicher“ las. Wenn ihr glaubt ihr hättet Probleme, dann müsst ihr dieses Buch lesen.

 

 

SICH AUF DIE GEGENWART KONZENTRIEREN

Nicht ständig an negativ behaftetes Vergangenes denken (ach war das alles doof!), und auch nichts ans Morgen (ich muss dann dies und das und Oje! wenn nur das da nicht wäre.. usw.). Und schon gar nicht an das grosse Ganze. Einfach nur an das Jetzt. Ganz bewusst. Sich auf die jetzigen Details konzentrieren. Achtsam sein. Genau so wie das – in etwas gar gspüriger Art und Weise – Eckhart Tolle in seinem Buch „Jetzt!“ beschreibt. Die Quintessenz daraus ist interessant. Es ist doch so, dass wir uns alle viel zu viele Gedanken über Dinge machen, die jetzt gerade gar nicht passieren. Da können auch ein paar Achtsamkeitsübungen helfen, um sich wieder in die Gegenwart zu holen. Sich zwischendurch mal fragen, was ist jetzt? Wie geht es mir jetzt? Wie fühlt es sich an? Das kann der Teig sein, den man gerade knetet. Die Wiese die man barfuss durchläuft. Der Atem, ein Klassiker. Oder auch die Art und Weise wie sich der Stift in der Hand anfühlt, währenddem man schreibt. Vielleicht auch das Kind beobachten, wie es spielt. Dem Wind zuhören. Oder an Rosmarin riechen. Die jetzige Situation nicht analysieren, sondern nur beobachten. Nicht urteilen. Nur aufmerksam wahrnehmen. – Das lenkt von allem anderen ab. Und alles was vorher war und noch kommt, ist JETZT gerade nicht wichtig.

 

 

Und wenn auch das nichts nützt, dann hilft der Blick auf diesen Link hier. Einfach um seinem eigenen Sein etwas an Gewicht zu nehmen.