3 auf einen Chlapf

Ratzfatz ein Festessen auf dem Tisch. Oder: Wie ihr Gäste mit einer reichen Tafel beeindrucken könnt. Ein Rezept aus meinem aktuellen Buch „Unser Menü eins – eine kulinarische Weltreise“. 

 

Ich tue mich ja grundsätzlich schwer mit Entscheidungen. Bei allem eigentlich. Im Restaurant beim Studieren der Menükarte. Bei der Farbwahl neuer Schuhe. Beim Chindsgitäschli-Sujet. Beim Handyhüllenmodell. Beim Ferienhaus. Bei der Wahl unseres freitäglichen Familienfilms. Bei der Frage ob ich dem Kind ein High Five geben oder ihm eine Standpauke halten soll. Da ist der Grat manchmal ein schmaler. Ja und auch dann, wenn ich mich für ein Gericht entscheiden soll, wenn ich liebe Freunde zum Essen eingeladen habe. Deshalb gibts bei mir oft einfach einen Tisch voll allerlei. Das ist zwar ganz wunderbar, aber ja, das hat auch seine Tücken, denn ich stehe dann von morgens bis abends in der Küche. Und wenn die Gäste klingeln, stehe ich kurz vor dem dritten Nervenzusammenbruch. Ja, ist immer total entspannt bei mir.

 

Breakdown

 

Als ich mein letztes Kochbuch produziert habe, habe ich mich deshalb wie ein kleines Kind gefreut, als eine der Buchprotagonistinnen in kurzer Zeit ein Festmahl auf den Tisch gezaubert hat. Roberta. Innert zwei, drei Stunden füllte sie den Tisch nahdisnah mit diesem und jenem. Und ich sah fasziniert zu. Und lernte.

 

Ganze sieben (!) Rezepte aus der aramäischen und peruanischen Ecke verriet sie mir. Und allesamt einfach zuzubereiten. Also auch für den Alltag gebräuchlich. Drei davon möchte ich euch hier vorstellen. Sie alle haben als Basis diese Hackfleischmischung. Habt ihr diese fertig, seid ihr schon fast am Ziel. Und mit diversen Salaten und etwas Gemüse und Brot habt ihr damit ein wahres Festessen auf der Platte. Ehrewort!

 

Here we go!

 

 

HACKFLEISCHMISCHUNG 

(Menge des Hackfleischs variiert je nachdem, was ihr damit alles vorhabt. Für 4 Personen rechne ich jeweils mit ca. 400g)

 

  • Hackfleischmischung
  • Zwiebeln
  • Petersilie
  • Peperoni
  • Salz
  • Paprika
  • Pfeffer
  • Weisser Kreuzkümmel
  • Fleisch-Würzmischung

 

Alle Zutaten klein hacken (*Tipp: Blitzhacker) und mit dem Hackfleisch vermischen. Das fertige, rohe Hackfleisch bildet die Basis für folgende drei Gerichte.

 

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MALZUM

  • Hackfleischmischung (siehe oben)
  • Kartoffeln
  • Aubergine
  • Tomaten
  • Zucchetti
  • Reine Tomatensauce (aus dem Glas)
  • Bouillon

 

Gemüse waschen, allenfalls schälen und in Scheiben schneiden.

Abwechslungsweise eine Schicht Kartoffeln, Hackfleisch, Zucchetti, Tomaten, Aubergine und wieder von vorne.. in eine Backform legen. Bei 220° in den Ofen. Tomatensauce mit Bouillon würzen. Nach 30 Minuten den Auflauf mit gewürzter Tomatensauce übergiessen und nochmal 30 Minuten backen.

 

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LAHMACUN

  • Hackfleischmischung (siehe oben)
  • Dürüm (Teigfladen)
  • Tomaten

 

Tomaten klein schneiden und unter das Hackfleisch mischen. Teigfladen mit der Masse bestreichen und diese flach drücken. Bei 220° etwa 25 Minuten in den Ofen.

Tipp: Lahmacun (orientalische Pizza) kann man wie Fajitas mit Gurken, Tomaten, Petersilie und einer Joghurtsauce belegen bzw. füllen. 

 

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HACKFLEISCHSPIESSCHEN

  • Hackfleischmischung (siehe oben)
  • Olivenöl
  • Spiesse

 

Das Hackfleisch um Holzspiesse pressen, auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen, allenfalls mit etwas Olivenöl beträufeln (bei magerem Hackfleisch) und bei 250° 25 Minuten in den Ofen.

 

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ALLE DREI REZEPTE ZUM AUSDRUCKEN

 

Und das Ganze kombiniert ihr auf dem Tisch mit frischem, knackigen Gemüse, einem leckeren Joghurtdip und/oder Couscous.

 

Für das Buch besuchte ich ausserdem ganz wunderbar sympathische Familien aus Thailand, Griechenland, Japan, Malaysia, Kolumbien, Österreich, Deutschland, Italien, Kanada, Dänemark, der USA, Norwegen, England, Schweden, Südkorea, Türkei, der Ukraine, Israel, Marokko, Spanien, Brasilien, dem Iran, Indien, Kroatien, Kamerun und der Niederlande.

 

CollageFamily

 

Sie alle wohnen hier irgendwo in der Schweiz und haben für mich Herz, Tür und Küche geöffnet. Sie verrieten mir, wie es bei ihnen Zuhause läuft, was die Kinder dürfen, was nicht, was die grössten kulturellen Unterschiede zur Schweiz sind, was man als Gast und Gastgeber darf und was nicht, welche Tischsitten bei ihnen herrschen und welche Küchentricks sie auf Lager haben. Und dazu auch immer ihr liebstes schnelles heimisches Alltagsgericht. Also das Ghackets mit Hörnli aus ihrer Heimat sozusagen.

 

Alles schön gesammelt und kompakt zusammengepresst in diesem Buch. Jawohl. „Unser Menü eins – eine kulinarische Weltreise“ ist nach wie vor überall im Handel erhältlich. Und macht sich auch super als Mitbringsel. Im Fall. Braucht man ja ab und zu.

 

 

UM3

 

 

Wenn ihr hier drauf drückt, findet ihr noch ein paar weitere Mitbringselideen. So mögen euch Gastgeber und Gäste für immer lieb haben.