Entspannt im Restaurant

Es gibt ja diese fantastischen Restaurants, die ganzes Equipment wie Kinderstühle, Wickeltische, Gratissirup und sogar Kinderecken mit massenhaft Spielzeug zur Verfügung stellen. Und was passiert? Besorgniserregend viele Eltern ziehen sich augenblicklich aus der Verantwortung, wenn sie ein solches Restaurant mit ihrem wertvollen Nachwuchs betreten. Sie schlürfen in mir-doch-total-egal-Manier ihre Cappuccinos, während dem ihre Kinder in Windeln durchs Restaurant rennen, das Personal anrempeln und Spielzeug und Mobiliar zerstören. In der liebevoll eingerichteten Kinderecke herrscht derweil Anarchie und Chaos. Interessiert diese Gattung Eltern aber nicht. Ihre Kinder dürfen selbstverständlich alles und schliesslich ist das hier ein kinderfreundliches Restaurant, nicht? Also geben sie an der Garderobe nicht nur die Jacke, sondern auch gleich noch Anstand und Vernunft ab. Ich beobachte das immer wieder.

 

Das macht es für andere Eltern ein kleines bisschen schwieriger in Restaurants mit offenen Armen empfangen zu werden. Man darf vom Personal keinen Salto erwarten, wenn man sich mit Kleinkindern ankündigt. Aber es gibt doch ein paar Dinge, die man tun kann, um den Restaurantbesuch für alle Beteiligten zu einem positiven Erlebnis werden zu lassen. Ein bisschen Planung und nützliche Utensilien helfen dabei.

 

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Nur weil man kleine Kinder hat, muss man ja nicht zwingend immer zuhause essen.

 

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10 Tipps für den Restaurantbesuch mit Kleinkindern:

 

  • Das Kind auf den Restaurantbesuch vorbereiten. Ihm davon erzählen und die wichtigsten Regeln näher bringen: Nicht herumrennen! Nicht schreien! Kein Essen rumschmeissen! – Sollte das Kind doch etwas davon tun, dann nachfragen, ob es die Regeln vergessen hat und es nochmal bitten die Punkte aufzuzählen.
  • Zuhause vielleicht am Tisch mal Restaurant spielen und „üben“. Das Kind fragen, was man im Restaurant darf, und was nicht.
  • Es hilft natürlich, wenn das Kind bereits einmal in Kontakt mit Tischregeln kam. Wenn es sich unter Gabel, Löffel und Messer etwas vorstellen und ein paar Minuten still sitzen kann.
  • Zum Anfangen eignen sich italienische Lokale in der Regel sehr gut. Das Personal ist oftmals unkompliziert.
  • Bei der Reservation dem Personal mitteilen, dass Kinder dabei sind. Man kann sich allenfalls auch nach Kinderstühlen und Wickeltischen erkundigen. An der Reaktion merkt man oft ziemlich schnell, ob man im richtigen Restaurant reserviert.
  • Damit der Restaurantbesuch für das Kind etwas Besonderes wird, sollte es sich auch mal ein Dessert bestellen dürfen, auch wenn es den Teller nicht ausgegessen hat. Oder etwas trinken, dass es sonst zuhause nicht gibt. Oder – wenn es das möchte – was Hübsches anziehen.
  • Das Kind unmittelbar vor dem Besuch fragen, was es zur Beschäftigung mitnehmen möchte, falls es ihm langweilig wird (es empfehlen sich nicht allzu grosse und geräuscharme Spielzeuge).
  • Zur Sicherheit noch ein paar Basics einpacken: kleine Malsachen, Spielfigürchen, kleines Fotoalbum..
  • Mit den Kindern sprechen. Sie bewusst ins Tischgespräch miteinbeziehen, egal wie klein sie sind, und nicht nur den Ego-Restaurantabend durchzuziehen versuchen.
  • Immer gut sie dabei zu haben: Feuchttücher, um kleine, klebrige Händchen und Mündchen zu reinigen.

 

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Ja und wenn dann gar nichts mehr nützt, dann sorgt das Smartphone mit ein paar (ruhig eingestellten) Spiele-Apps für ruhige Minuten, bis die Rechnung kommt.

 

Trotz aller Vorsicht und Planung kippen natürlich trotzdem Gläser um (dessen Inhalt man dann verzweifelt mit allen verfügbaren Servietten aufzutupfen versucht), Puzzleteilchen gehen verloren, Figürchen bleiben im Sirup kleben.. Man kann sich noch so Mühe geben, in der Regel sieht man es dem Tisch an, dass ein Kleinkind da war.

 

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Aber dafür hatten alle einen schönen, besonderen, unbeschwerten Abend. Ohne nervösem Zucken und ohne Schweissperlen auf der Stirn (bis auf den Moment, als das Sirupglas umkippte).