Grüne Kost

Grüne Smoothies haben sich mittlerweile vielerorts durchgesetzt. Man kann sich heute mit einem Becherchen in der Hand sehr gut auf eine Parkbank setzen und das Grün genüsslich trinken, ohne fassungslos angestarrt zu werden. An vielen Orten zumindest. Man hat sich an das Grün gewöhnt. Und alles was ihr über die grünen Smoothies wissen müsst, verrät euch hier DIE SMOOTHIE-EXPERTIN schlechthin. 

 

Melanie Sutter trinkt seit etwa 5 Jahren (!) regelmässig grüne Smoothies. Als sie noch in den USA gelebt hatte, waren Obst-Smoothies mit Crushed Ice und viel Zucker an der Tagesordnung. An jeder Ecke gabs eine Smoothie-Bar. Das Smoothie-Gen wurde bei ihr also schon vor langer Zeit eingepflanzt. Zurück in Europa hörte sie dann von einer gewissen Victoria Boutenko (die Mutter der grünen Smoothies) und davon, dass sie grüne Blätter mit Wasser und Früchten mischt. Die Neugier war geweckt und heute ist Melanie Sutter Smoothie-Expertin, betreibt den Smoothie-Online Shop smuusy.ch, gibt regelmässig Kurse und ist ausgebildete Fastenexpertin.

 

Spinach smoothie

Bild: smuusy.ch

 

 

Melanie, was ist so toll an grünen Smoothies?

Der grüne Smoothie ist der gesündeste Fast Food der Welt. Obwohl ich den Begriff Fast Food nicht wirklich mag. Fast bezieht sich hier klar auf die Zubereitungszeit. Oft denken die Leute, dass es lange dauere, einen solchen Smoothie zu mixen. Dabei dauert das nur wenige Minuten.

 

Und was spricht dafür regelmässig solche zu trinken?

Wir haben viel zu wenig Chlorophyll in unserer Ernährung. Chlorophyll oder Pflanzengrün enthalten eine enorme Menge an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen, die langfristig zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden führen. Man kann grüne Smoothies auch mit Wildkräutern mixen, was sich sogar noch positiver auf die Gesundheit auswirkt.

Ich war – als ich mit den grünen Smoothies angefangen habe – auf der Suche nach etwas, dass mir das Gefühl gibt, etwas Wertvolles für meine Gesundheit zu tun. Natürlich hätte ich einfach mehr Gemüse und Salate essen können, aber mein Sohn war damals nicht so scharf drauf und ich wollte mir auch nicht immer Extraportionen zubereiten. So kamen die grünen Smoothies gerade zur richtigen Zeit.

 

Und dann – zack! – hast du von Anfang an herrliche grüne Smoothies gezaubert? 

Nein, nein, ich erzähl jetzt lieber nicht wie mein allererster grüner Smoothie schmeckte….! Ich liess mich aber nicht entmutigen und habe täglich experimentiert und neue kreiert. Die Smoothies wurden immer besser – zum Glück!

 

Healthy green smoothie with spinach and kiwi on wood

Bild: smuusy.ch

 

 

Was muss man denn als Anfänger beachten?
Das gibt es einiges.

  1. Wurzelgemüse gehört nicht in einen grünen Smoothie. Also alles was unter der Erde wächst, wie zum Beispiel Knollensellerie, Karotten, Kartoffeln, Pastinaken, Rüben oder Randen. Das Wurzelgemüse enthält Stärke (langkettige Kohlenhydrate) und benötigt mehr Zeit zur Verdauung. Beim gemeinsamen Verzehr von leicht verdaulichem Obst führt das häufig zu Blähungen.
  2. Man sollte nicht gleich zu Beginn euphorisch 1-2 Liter grüne Smoothies am Tag trinken. Man ist anfangs vielleicht super motiviert und voller Hoffnungen und Erwartungen. Aber wie überall, kann der Schuss auch hier schnell nach hinten losgehen. Man sollte mit einem Glas pro Tag starten und die Reaktionen des Körpers beobachten (die Darmtätigkeit kann zum Beispiel stark angeregt werden). Ausserdem würde ich an einem Wochenende damit anfangen und nicht am Montag morgen, wenn man eine 3-stündige Sitzung vor sich hat.
  3. Wenn man alles gut verträgt, erhöht man die Menge, Schritt für Schritt.
  4. Anfangs sollten auch nicht zu viele verschiedenen Sachen zusammen gemixt werden, sonst weiss man danach nicht mehr, was einem bekommt und was nicht.
  5. Man sollte auch nicht immer das gleiche Blattgemüse nehmen. Es ist wichtig, dann man abwechselt – also nicht 3 Monate lange immer nur grünen Spinat nehmen.

 

 

Und was gehört in eine guten grünen Smoothie?
Der grüne Smoothie besteht aus 50% grünem Blattgemüse wie Spinat, Mangold, Grünkohl/Federkohl, Mangold, Rüeblikraut, Wirz, Feldsalat, Löwenzahn oder Petersilie und 50% aus reifen Früchten und Wasser. Beim Obst kann man nehmen worauf man Lust hat. Sicher ist es sinnvoll, wenn man eine saisonale Auswahl trifft. Natürlich darf es aber auch mal exotisch sein. Wichtig ist noch, dass die Zutaten aus biologischem Anbau stammen. Das Ziel ist es dann, dass man mit der Zeit den Grünanteil erhöht und die Früchte reduziert, damit man so wiederum den Fruchtzuckeranteil reduzieren kann.
Was gehört in den Vorrat, wenn man sich regelmässig einen grünen Smoothie mixen möchte?
Vorrat ist so eine Sache. Man sollte die Sachen möglichst frisch kaufen. Bei Früchten ist es natürlich kein Problem. Aber beim Blattgemüse sollte man immer wieder variieren und es muss frisch sein. So 2x die Woche müsste ein Einkauf drin liegen, damit man gut ausgerüstet ist. Es gibt ausserdem sogenannte Superfoods mit denen man den Smoothie „pimpen“ kann, wie Moringa oder Grünteepulver. Solche Sachen verkaufe ich u.a. in meinem Shop, und diese kann man gut auf Vorrat zuhause haben.

 

Mit welchen Geräten kann ich gute Smoothies mixen?

Mixer gibts ja viele. Smoothies werden damit aber oft breiig und nicht so flüssig wie sie sein sollten. Das Beste ist daher ein Hochleistungsmixer. Hier geht es um die Anzahl der Umdrehungen. Es braucht mindestens 20’000 Umdrehungen pro Minute. So werden die Zutaten optimal zerkleinert. So ein Mixer zermalmt sogar Apfelkernen, Bütschgis und bei einer Kiwi muss man nicht mal die Schale abmachen. Ist also auch zeitsparend. In meinem Shop habe ich 2 Modelle zur Auswahl.
Nun kommt es auch mal vor, dass man sich einen grünen Smoothie mixt und der wird dann braun und sieht nicht mehr so appetitlich aus. Woran liegt das?
Wenn man zum Beispiel Blaubeeren oder Erdbeeren zusammen mit grünen Blättern mixt, entsteht darauf die Farbe braun. Zugegeben, die Farbe ist gewöhnungsbedürftig – aber schmecken tut es trotzdem sehr fein.
Wieviele grüne Smoothies trinkst du selbst?
Das kommt bei mir je nach Jahreszeit und Lust und Laune darauf an. Sicher trinke ich jeden Morgen ein Glas Smoothie. Im Frühling und Sommer meistens mehr, weil ich im Frühling damit auch entgifte. Im Sommer habe ich, wenn es sehr heisst ist, nicht immer Lust etwas zu essen und da trinke ich über den Tag verteilt gut 1 Liter grünen Smoothie.

 

Spinach smoothie

Bild: smuusy.ch

 

 

 

Melanie Sutter bietet regelmässig Smoothie-Kurse an – der nächste ist am 9. November in Zürich. Ich habe selbst einmal einen besucht und fand ihn äusserst aufschlussreich. Auf www.smuusy.ch findet Ihr den Shop sowie das Kursangebot.