Im Märchenland

Märchenhotel Braunwald. Schon der Name ist vielversprechend. Ich musste meine Kinder nicht lange überzeugen mitzukommen. Und ihre Vorfreude schlug während des Aufenthaltes in pure Begeisterung um. 

 

Es ist natürlich super, wenn das Mami auf Hotelbesichtigung eingeladen wird. Und ich bin froh, dass sie mir wiederum aus Kindersicht erzählen können, was denn ihnen am besten gefallen hat. Aber fangen wir von vorn an.

Mit dem Bähnli gings von Linthal aus den Berg steil hinauf ins autofreie Braunwald, wo wir mit dem Elektroauto abgeholt und ins Hotel gefahren wurden. Das ist zwar nur ein kurzer, 10-minüter Fussmarsch, doch mit Regen und übermüdetem Kind, nahm ich das Angebot des Fahrers wahnsinnig gerne an.

Kaum im Hotel begrüsste uns der Hoteldirektor persönlich (und das hat er echt nicht nur bei uns gemacht!) und wickelte die Kinder innert 3 Minuten mit Zaubertrank, Zaubertrick und geschenkten Pinguin-Hotel-FlipFlops um den Finger.

 

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Spätestens nach seinem Hinweis auf die Rutschbahn, die vom 1. Stock zur Récéption runter führt, war das Eis gebrochen. Die Äuglein strahlten und jetzt waren sie nicht mehr zu halten. Sie wollten den Rest sehen. Das Mami wollte aber erst das Zimmer sehen, also ab zum Lift. Da hat man die Wahl zwischen Regenbogenlift (wechselt in jedem Stockwerk die Farbe) und Aquariumlift. So still und fasziniert waren die Kinder im Lift noch nie.

 

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Oh und vor dem Lift liefen wir am Kinderwagenparkplatz vorbei. Süss. Und praktisch. Die Kinderwagen können alle kostenlos ausgeliehen werden. Man muss also keinen eigenen mitschleppen. Ich selbst brauche zwar keinen mehr, also ICH selber sowieso nicht.. chchchchch.. aber auch meine lieben beiden Kleinen sind aus dem Alter raus. Ich war damals auf jeden Fall immer froh, wenn ich das Teil nicht auch noch ins Auto stopfen musste.

 

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Bis jetzt alles toll soweit. DIE Kinnlade fiel bei mir dann aber definitiv beim Anblick des Zimmers runter. Das Bad, ja, das ist hübsch und mit Kleinkindbrünneli ebenfalls sehr praktisch..

 

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Das integrierte Kinderabteil im Familienzimmer, dass mit Glasscheiben und lichtdichtem Vorhang abgeschlossen werden kann, ist auch super, ja…

 

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ABER DIESE AUSSICHT!!! WOW! Mein ganz persönliches Highlight.

 

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Da könnt‘ ich einfach nur stundenlang sitzen und mit offenen Augen meditieren.

Wir hatten aber auch echt eine superschöne, grosszügige und moderne Familiensuite mit Wintergarten.

 

 

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Aber, klar, die Kinder wollten nicht lange im Zimmer bleiben. Das Hallenbad rief und die neuen Pinguin-Flip Flops wollten eingelaufen werden. Auch wenn das Bad 24 Stunden geöffnet ist. Aber wir hatten ja Zeit. Das Bad ist mit lustigem Kleinkinderbecken und Kletterparcours über dem Hauptbecken ausgestattet, sowie einer langen Rutschbahn. Und genügend Flügeli für alle.

Verlockend.

 

Und damit die vielen umherschwirrenden Kinder nicht unbeaufsichtigt ins Hallenbad rennen, wurde vorgesorgt. Die Türfalle befindet sich im oberen Viertel der Türe. Da kommt kein Kleinkinderhändchen ran.

 

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Und als die Haut schön schrumplig war, war dann Tierbesichtigung angesagt. Schon vor der Récéption warten Häschen, so können Mami und Papi in Ruhe einchecken. Aber gleich vor dem Hotel sind die Geisslein. Das persönliche Highlight wiederum meiner Vierjährigen.

 

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Das braune Geißli rechts unten heisst übrigens Nadja. Was ich sehr sympathisch fand. Ist ja aber auch ein herziges, nicht?

 

Im Gehege nebenan hat es lustige Lamas, seit „the emperors new groove“ (einer meiner liebsten Trickfilme) mein Lieblingstier. Mit denen darf man an bestimmten Tagen auf Lamatrekking-Tour gehen. Überhaupt gibts rund ums ganze Hotel rum ziemlich viele Aktivitätsmöglichkeiten.. Man könnte jetzt also nicht behaupten, dass sich meine Kinder gross gelangweilt hätten. Hier hat auch meine grosse Tochter ihr persönliches Highlight gefunden. Die Kletterwand.

 

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Und weil ja Kinder, gerade wenn sie überall rumrasen, genug trinken sollten, wurde ein magischer Brunnen hingestellt. Oh ich hätte diesen als Kind GELIEBT!! Ja, man muss gar nicht so lange zurückgehen. In meiner ersten Schwangerschaft vor fast 10 Jahren war ich praktisch Himbeersirupsüchtig. Ich hätte mich damals also einfach darunter gelegt.

 

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Gegen Abend haben wir unsere müden Knochen dann langsam wieder nach Drinnen verlagert. Hier gibt es das Märliland, wo Kinder kostenlos betreut werden, wenn man dies wünscht. In dieser Zeit könnten die Eltern in der kinderfreien Zone wellnessen oder auch einfach in die Bergwelt schauen. Oder Tennis spielen auf dem hoteleigenen Tennisplatz. Und die Kinder tun das, was sie eh schon den ganzen Tag tun. Rumrennen. Klettern. Spielen. Lachen.

 

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Das Hotel gibt es bereits seit 1907. Es wurde als prunkvolles Grand Hotel erbaut. Deshalb auch die wunderschönen hohen Räume, die prächtigen Säle, die majestätischen Korridore. Wobei ich manchmal auch bisschen an Shining denken musste.

 

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1972 wurde das Hotel von der heutigen Besitzerfamilie übernommen.

Und jetzt kommt meine Lieblingsgeschichte: wenige Jahre später schrie ein kleines Mädchen im Speisesaal so ohrenbetäubend laut rum, dass der Hoteldirektor das Kind zu beruhigen versuchte und ihm versprach ein Märchen zu erzählen (..“wenn es den Latz hält“.. das ist jetzt aber meine Wortwahl.. hähä). Es hat geklappt. Das Mädchen lenkte ein. Und so wurde der Hoteldirektor zum Märchenonkel. Jeden Abend gibt es seither als Fixpunkt um 18 Uhr ein Märchen. Auch heute noch schaut ab und zu der ursprüngliche Märchenonkel von damals vorbei. An den anderen Tagen wechseln sich der heutige Hoteldirektor, das ist sein Sohn, sowie dessen Frau Nadja beim Märchenerzählen ab (deshalb heisst auch das Geisslein so, nicht wegen mir, auch wenn ich das auch ganz reizend gefunden hätte).

 

Und ich sag euch: das Märchen war grossartig! Die Kinder waren mucksmäuschenstill und machten gleich von Anfang an begeistert mit. Das muss man im Blut haben! Und selbst ich, dem Kindesalter schon ein Weilchen entwachsen, musste immer wieder schmunzeln.

 

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Zur gleichen Zeit gibts ein paar Meter weiter drüben das Märchen für Erwachsene. Ein Weinmärchen sozusagen. Hier werden den Gästen die Weine des Abends mit kleinen Geschichten und Anekdoten näher gebracht. Hier degustiert man, was man später trinken möchte.

 

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Nach den beiden Märchen gehts dann zum Znacht. Meine Kinder vergewisserten sich den ganzen Tag, dass sie dann „im Fall mit mir essen wollen“. Trotz Angebot, dass die Kinder im „Saal der Könige“ ein gemeinsames Znacht mit anschliessendem Hüpfburg-Jumping einnehmen können.

 

Doch nach dem Märchen fanden sie dann plötzlich, dass es da drüben im Saal schon noch ziemlich läss sei. Und so ass ich allein. Sehr ungewohnt. Aber sehr ruhig. Und einmal mehr mit Aussicht auf die Glarner Alpenwelt.

 

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Am Morgen wartet dann die nächste Überraschung. „Sälbermache“ heissts. Und so darf man im Hühnergehege sein Frühstücksei gleich selber holen, wenn man mag.

 

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Nur blöd wenn es auf dem Weg dann runterfällt.

 

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Sogar die Milch kann man sich selbst ermelken. Zwar nicht an einer echten Kuh, aber irgendwie doch auch stilecht. Und das direkt am Buffet.

 

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Schweren Herzens konnten sich die Kinder dann irgendwann im Laufe des Tages doch noch vom ganzen Angebot lösen. Und das lohnt sich im autofreien Braunwald unbedingt. Die ganze Umgebung ist schlicht zauberhaft. Es gibt etliche einfache Wander- und Spazierwege. Auch für kleine und grosse Kinder. Den Zwerg Bartli-Erlebnisweg zum Beispiel.

 

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Das Märchenhotel in Braunwald ist Teil der Swiss Family Tour. Sieben familienfreundliche Hotels haben sich hierfür zusammengeschlossen – und mehr kommen noch hinzu.

Die Idee dahinter ist, dass man verschiedene Regionen und deren Ausflugsziele in der Schweiz kennenlernt, zum Beispiel mittels Hotel-Hopping. Es gibt Angebote für zwei und mehr Hotels.

 

Eine schön durchdachte und sympathische Möglichkeit das eigene Land auf familienfreundliche Weise etwas besser kennen zu lernen.

 

Mehr Informationen gibt es hier:

 

Ach und das Märchenhotel, das wurde mittlerweile von meinen Kindern einstimmig zum neuen Lieblingshotel erkoren.