Kleiner Gäste-Knigge

(Illustration: Sascha Butphaeo Bucchéri)

Ja, da ist man zum Essen eingeladen und eigentlich sollte ja alles ganz entspannt sein, wenn man bei Freunden ist. Ist es auch. Doch gibt es Dinge, die man einfach nicht tun sollte. Hier sind die 10-No-Go’s für Gast und Gastgeber.

 

Für diese Liste habe ich im Freundeskreis rumgefragt und nach Gutdünken ergänzt. Hab ich was vergessen? Habt ihr schon schlechte Erfahrungen gemacht? Seht ihr etwas völlig anders? Dann bin ich sehr gespannt auf eure Kommentare.

Natürlich kommt es bei manchen Punkten darauf an, wie gut man sich kennt und wie unkompliziert das Verhältnis ist.

 

 

Dinge, die ein Gast unterlassen sollte

  1. Das Haus ungefragt in Schuhen zu betreten (am besten man fragt nach der Hausregel und dies nicht erst wenn man schon im Wohnzimmer steht). Es ist natürlich schön, wenn man sie anbehalten darf, da Schuhe zum Outfit gehören und wer will schon in Socken rumlaufen? Aber der Wunsch des Gastgebers soll respektiert werden.
  2. Ein Not-Mitbringsel mitzubringen, das schon von weitem nach Not-Mitbringsel schreit.
  3. Das Handy ständig hervor zu holen. Nur um kurz die Mails zu checken. Ein SMS zu beantworten. Bei jedem Biep nachsehen, was das Handy meint.
  4. Das Handy auf den Tisch legen.
  5. Nur von sich erzählen. „Ich hab dies, ich hab das“.. interessiert den befreundeten Gastgeber natürlich, aber es ist immer schön, gefragt zu werden, wie es einem selber geht. Es soll ja ein Austausch, kein Vortrag werden.
  6. Die eigenen Kinder nicht zu ermahnen, wenn sie Blödsinn machen.
  7. Nicht darauf zu achten, wenn sich die eigenen Kinder am Tisch daneben benehmen, den Teller mit einem „Hani nöd gern“ wegschieben oder ständig aufstehen.
  8. Wie wild nachwürzen, bevor man überhaupt probiert hat. Auch ein Salzaholic soll bitte erst probieren.
  9. Das Essen kritisieren. Oder Tipps geben, wie man es besser hätte machen können („also wenn du da noch bisschen Ricotta daruntergemischt hättest, wäre das noch viel feiner“). Nein. Nein. Nein.
  10. Allzuviele Spezialwünsche haben, die vom Angebot des Gastgebers abweisen. Der Gast soll bescheiden und hilfsbereit sein. Nicht fordernd. Und es wird gegessen was auf den Tisch kommt.

 

 

 

Dinge, die ein Gastgeber unterlassen sollte

  1. Dem Gast (in der Regel hässliche) Pantoffeln anzubieten (weisse Frottee-Pantoffeln aus dem Hotel? Nein!). Hier scheiden sich natürlich die Geister. Sind Schuhe in den Räumen unerwünscht und die Böden kalt, ist Frau in feinen Strumpfhosen allenfalls froh um warme Füsschen, allerdings zerstören Pantoffeln jedes noch so hübsch arrangierte Outfit – da stellt sich dann auch die Frage, warum man sich überhaupt schön angezogen hat.
  2. Dem Gast bei Erscheinen kein Getränk anzubieten.
  3. Den ganzen Abend in der Küche zu stehen und die Gäste sich allein zu überlassen.
  4. Wenn man dem Gast nicht klar mitteilt, dass er sich am Tisch bitte mit den Getränken selbst bedienen soll, darf man auch nicht vergessen, ein Auge drauf zu haben, wann nachgeschenkt werden soll.
  5. Fragen, ob man noch eine Flasche Wein öffnen soll. Sondern einfach machen. Es sagen ja sowieso immer alle „Nein, nein, schon gut“ (Übersetzung: „eigentlich gerne, aber du musst jetzt nicht extra wegen mir eine Flasche öffnen, ich will dir ja echt keine Umstände machen.“). Nachfüllen. Nachfüllen. Nachfüllen. Bis es „Nein Danke“ heisst.
  6. Kein Wasser zum Wein anbieten. Oder auch andere Alternativen bereit stehen haben. Nicht alle wollen sich die Kante geben.
  7. Den Fernseher laufen lassen.
  8. Sich mit dem Handy beschäftigen und ständig drauf schauen.
  9. Sich vor den Gästen zu streiten oder die Kinder lautstark masszuregeln.
  10. Dem Gast zu verstehen geben, dass nun langsam Zeit wäre aufzubrechen, indem man hektisch anfängt aufzuräumen, ständig auf die Uhr schielt oder im Zwei-Minuten-Takt auffällig gähnt. Auch dann nicht, wenn es wirklich spät ist. Eifach nöd.