Nachhaltig Leben

(Bild: Naomi Meran)

Wir sollten zu unserem schönen Planeten Sorge tragen. Gerade weil bereits so viel kaputt ist. Die wenigsten von uns werden zu Zero-Waste-Experten und Aussteigern, aber es gibt ja immer ein paar Dinge, die man doch noch ein kleines bisschen optimieren kann. Hier sind 9 Anregungen und Ideen für einen respektvolleren Umgang mit der Natur.

 

1. Bewusst einkaufen

Bestenfalls sollten Lebensmittel aus der Region stammen, damit die Anfahrtswege nicht allzugross sind. Und sie sollten saisonal sein. Nur weil sie im Laden stehen, heisst das leider noch lange nicht, dass auch deren Saison ist. Am besten hängt man sich einfach einen Saisonkalender in die Küche, denn bei der ganzen ständigen Vielfalt vergisst man schnell, was wann aktuell ist. Wichtig ist es deshalb, weil Spargeln aus Peru oder Bohnen aus Marokko ökologisch unsinnig sind, wenn sie nur kurze Zeit später in unserer Region erhältlich sind. Warum auch die Eile. Und auch wenn es durchaus energieeffiziente Bio-Gewächshäuser gibt, so verbraucht ein geheiztes Gewächshaus im Winter halt trotzdem mehr Energie, als ein Feld im Sommer. Dabei muss ich zum Beispiel an all die Erdbeeraktionen denken, die es anfangs März überall gab und ich stapelweise in den Einkaufswagen sah. Erdbeeren wachsen bei uns im Juni.

Wenn das finanziell irgendwie machbar ist, so sollte man ausserdem Produkte aus biologischem Anbau bevorzugen. Ich schränke mich dafür anderorts ein. Die Standards der Schweizer Biolabel sind sehr hoch und dadurch wird sichergestellt, dass die Umwelt nicht belastet wird, der Boden geschont und mit den Ressourcen nachhaltig umgegangen wird. Und ein netter Nebeneffekt ist, dass naturbelassene Kost eben auch gesünder ist. Einzig die Tatsache, dass Bioartikel derart aufwendig verpackt sein müssen, finde ich doch sehr wunderlich. Das ist wie Bio-Honig aus Südamerika. Total absurd.

Um Food Waste entgegenzuwirken (und nebenbei Geld zu sparen) sollte man auf den Einkaufszettel setzen und nicht davon abweichen. Oder nur wenig. Dabei sollte man Zuhause auch Resten einkalkulieren und diese verwerten. Daraus können ganz leckere improvisierte Mahlzeiten entstehen. Auch Wochenpläne oder Notizen helfen den Überblick zu halten. Oder eine Liste mit Produkten die im Keller-Tiefkühler lagern.

 

 

2. Recyclingpapier

Kürzlich an der Kasse hat sich ein Mann darüber geärgert (und die Dame an der Kasse zusammengestaucht), dass man auf seinem erstandenen WC-Papier nicht sieht, ob es nun 3- oder 4-lagig sei (natürlich stand es drauf, ich habe es ihm dann gezeigt, worauf er sich bei der Kassiererin entschuldigt hat – die ja wiederum wirklich echt sehr viel dafür kann, was nun auf den Packungen drauf steht und was nicht, aber vertiefen wir das nicht weiter). Ich kam nicht umhin, mich dann doch zu fragen, warum IN ALLER WELT das so wichtig ist!? Echt jetzt? 3- oder 4-lagig? Gemäss Greenpeace ist der Papierverbrauch der Menschheit im digitalen Zeitalter sogar noch höher als früher. Ich denke, und davon bin ich überzeugt, dass man seinen Hintern sehr gut auch mit einfachem Recyclingpapier abwischen kann, welches nicht watteweich und geblümt ist. Ich werde niemals nachvollziehen können, wie man zur oftmals chlorgebleichten (und damit – abgesehen vom Papierverbrauch – höchst umweltschädigenden) Deluxe-Variante greifen kann. Dasselbe gilt übrigens auch für Haushaltspapier. Oder macht man sich solche Gedanken einfach nicht?

 

 

3. Weniger Fleisch essen

Das ist einerseits gut für die Gesundheit, aber vor allem auch für die Umwelt. Denn die Fleischproduktion belastet die Umwelt enorm. Gemäss Peta werden bis zu 51 Prozent der vom Menschen verursachten Treibhausgase der Tierproduktion zugeschrieben. Die Emissionen entstehen durch den Verdauungsprozess und die Ausscheidungen der Tiere, aber auch durch die Produktionsprozesse, die Abholzung der Wälder für Weideflächen oder die Anpflanzung und Produktion von Futtermitteln. Kurz gesagt ist der Fleischkonsum schlecht für die Luft, den Boden, die Artenvielfalt und das Wasser. Die Produktion ist sehr energieintensiv. Wenn Menschen auf vegan umsatteln, hat das also gar nicht immer so viel mit den Tieren an sich zu tun, sondern damit, dass sich tierische Produkte (eben auch Butter, Milch & Co.) nicht sonderlich rosig auf die Umwelt auswirken. Mit diesem Wissen im Hinterkopf kann der Allesfresser vielleicht auch mal ein paar fleischfreie Tage einbauen, oder sogar vegane (was gar nicht so schwer ist, Spaghetti Napoli zum Beispiel ist auch vegan, wenn man den Reibkäse auch mal durch Mandelparmesan ersetzt und Hartweizenspaghetti kauft). Zumal man so auch viel Geld spart (und damit hochwertigere, nachhaltige Produkte kaufen kann). Und wenn dann doch Fleisch, dann ist es sicherlich von großem Vorteil, wenn man darauf achtet, dass das Fleisch aus der Schweiz und aus biologisch-kontrollierter Zucht kommt.

 

 

4. Einkaufstaschen mitnehmen

Ein Plastiksäckli hier, eine Papiertragetasche dort. In so einem Menschenleben sammeln sich recht viele Säckli an. Diese nach dem Einkauf gleich immer alle wegzuwerfen wär natürlich doof, sie aber Zuhause zu horten auch, denn nie im Leben brauchen wir später so viele Taschen. Am besten nimmt man sich also die Einkaufstasche immer mit. Für den Grosseinkauf gleich mehrere. Und für den kleinen und auch spontanen Einkauf zwischendurch lagert man einfach eine kleines Baumwolltäschchen in der Tasche. Die Einkaufstrolleys sind diesbezüglich auch sehr toll, da man nicht schwer schleppen muss. Ich hab auch mal diese kleinen Netzchen gesehen, die man kaufen kann, so dass man für die Früchte und das Gemüse nicht immer ein Extra-Plastiksäckchen nehmen muss. Und wenn doch, dann könnte man vielleicht auch so anfangen, dass man nicht für jede Sorte ein neues Säckchen nimmt.

 

 

5. Strom und Wasser sparen

Vielerorts wird mittlerweile Ökostrom angeboten. Darauf kann man problemlos umsteigen. Auch gut sind Kippschalter an den Stromleisten, so kann man auch Geräte, die ständig angeschlossen oder auf Standby sind, abschalten. Auch sollte man sich mal über seine Tumbler-Einsätze Gedanken machen. Wieviel Tumbler braucht man wirklich? Würde es reichen, wenn man am Wäschetag nur die klitzekleinen Söckchen und Unterhosen & Co. tumblert und nicht 3/4 der Wäsche? Abgesehen davon, dass ein Tumbler unheimlich viel Energie verbraucht, bleiben die Kleider auch schöner, wenn man sie vom Tumbler fernhält. Und Kinder-Unterleibchen in Grösse 134 schrumpfen dann auch nicht auf Babygrösse.

Und wenn wir gerade beim Waschen sind, da landen viele Kleider im Wäschekorb, die man eigentlich noch gar nicht waschen müsste. Man kann Sachen auch durchaus öfter als nur einmal tragen, solange sie nicht müffeln oder Flecken haben. Ich selbst mag zwar unheimlich gern frische Kleider, aber ich schau mir die Sachen jetzt doch auch etwas genauer an. Und rieche dran. Wenn ich beim dran Schnuppern nicht ohnmächtig werde (chchchch..), dann reicht es doch nochmal für eine Runde. Und die Waschmaschine um Gotteswillen nicht halb leer laufen lassen!

Was ich früher als Kind ganz achtlos gemacht habe (und heute darüber staune): ich habe beim Zähne putzen einfach das Wasser laufenlassen. Warum eigentlich? Himmelhergott! Irgendwann hat mich als Teenager jemand darauf hingewiesen und seither mache ich das nicht mehr. Das gilt auch für den Abwasch. Auch hier muss das Wasser nicht ruhelos vor sich hinsprudeln. Anmachen wenn man es braucht. Ausmachen wenn man es nicht braucht. Wie beim Licht. Man kann nämlich durchaus das WC verlassen und gleichzeitig auf den Lichtschalter drücken (eine meiner häuslichen Standardreden). Und eine Dusche ist ausserdem – das wissen wir alle – umweltfreundlicher als ein Vollbad.

Und dann gibts noch diese kleinen Details aus der Küche. Pastawasser erst im Wasserkocher erhitzen. Und wenn die Pfanne auf dem Herd steht unbedingt den Deckel drauf, ansonsten dauert es ewig bis das Wasser kocht und dabei geht einfach auch sehr viel Energie flöten. Den Herd kann man des Weiteren beim Reiskochen ausmachen und den Reis so mit geschlossenem Deckel fertig garen. Und Backöfen kann man oftmals 10 Minuten vor Backende ausmachen.

 

 

6. Umweltfreundliche Putzmittel

100%ig umweltschonend ist kein Putzmittel. Aber diejenigen die sich mit der hohen biologischen Abbaubarkeit brüsten, sind sicherlich besser als die Chemiekeulen mit den Totenköpfen drauf. Das gilt auch für Waschmittel. Und wenn die nicht so riechen, wie man sich das wünschen täte, dann kann man auch einen Spritzer Lavendelöl (oder ein anderer bevorzugter Duft) reinträufeln. Beim Wäschewaschen kann man übrigens getrost auf Weichspüler verzichten. Ich dachte früher (beim Start meiner Waschkarriere) ja immer, dass Weichspüler einfach dazugehört. Tuts aber nicht. Soll sogar schlecht für die Waschmaschinen sein.

 

 

7. Weniger heizen

Man gibt sich manchmal der Wärme Zuhause einfach so hin. Doch sollte man ab und an mal einen Blick auf die Heizung werfen. Muss es wirklich so warm sein? Oder könnte man ein paar Grad tiefer gehen? Jedes einzelne Grad wirkt sich schon wieder ein Stückchen positiver aufs Budget aus. Und die Umwelt. Und beim winterlichen Lüften hilft es, wenn man mehrmals täglich richtig durchlüftet und nicht nur die Fenster dauerkippt. Kippfenster halten die Räume kühl und verbrauchen somit zusätzliche Energie. Und sollen sogar die Schimmelentstehung unterstützen.

 

 

8. Konsum runterfahren

Es macht echt nichts, wenn man nicht immer das neueste Gadget hat. Wirklich nicht. Wenn es das Alte noch tut, dann kann man sehr wohl auch mal eine Runde aussetzen. Und dann gibt es auch noch so viele unnütze Dinge. Eben erst habe ich mich auch über die Vielfalt an Raumsprays gewundert. Wäre es da nicht günstiger und umweltverträglicher, wenn man einfach die Fenster öffnen und lüften täte?!

Auch ist es so, dass viele Dinge, die man im ersten Moment wegwerfen täte, sich auch zweckentfremden lassen. Und wenn es sich nirgends mehr einsetzen lässt, so gibt man noch brauchbare, aber ausgediente Sachen besser ins Brockenhaus oder zum Flohmarkt, als sie einzuäschern. Auch noch tragbare Kleider und Schuhe. Eine ganz wunderbare Sache sind auch die Kleidertausch-Events. Die Swaps. Die werden privat unter Freunden veranstaltet oder im Grossen, wie der alljährlich stattfindende annabelle-Swap in Zürich. Eine feine Sache.

 

 

9. Abfall trennen und vermindern

Ich glaube das machen wir sowieso alle, oder? Karton, Papier, Dosen, Glas, Plastikflaschen, PET und natürlich Batterien. Da sind wir in der Schweiz echt gut darin. Und das seit Jahren. Ganz ohne Pfand. Mit diesem Bewusstsein bin ich schon aufgewachsen. Auch der Kompost wurde stets in Schach gehalten. Und niemand bündelt Papierpakete für die Papiersammlung so schön wie wir.

Das nächste Ziel wäre ein Leben ganz ohne Abfall. Möglich ist es ja scheinbar, das sieht man an diversen Beispielen der Zero-Waste-Bewegung. Da wird in Bulk-Läden eingekauft, mit mitgebrachten Netzchen und Stoffsäcken und Einmachgläsern. Das ist auch in der Schweiz möglich. Zum Beispiel im Bachser Märt in der Zürcher Kalkbreite. Grundnahrungsmittel werden dort offen angeboten und man kann sie in mitgebrachte Gefässe abfüllen. Ganz ohne Verpackung. Klar, das geht dann bei manchen soweit, dass auch Zahnpasta und Kosmetikartikel selber hergestellt werden und es im Haushalt keinen einzigen Fetzen Abfall mehr gibt. Alles ist möglich. Aber für den Anfang hilft auch einfach das Bewusstsein dafür. Und der Wille nach Möglichkeiten und Wegen zu suchen, wie man seinen eigenen Müll äs bitzeli minimieren könnte.

 

 

 

Und nach dieser ganzen Informationsflut, bin ich total gwundrig wie IHR das macht. Wie spart IHR Energie und Ressourcen? Was sind EURE Alltagstricks? Woran haltet IHR euch? Was ist EUCH wichtig?

 

ICH

BIN

TOTAL

GESPANNT!