Return of the Rosenkohl

Er ist wieder da! Die Schweizer Rosenkohl-Saison hat soeben begonnen. Nun mag Rosenkohl vielleicht bei manchen nicht zuoberst in den Gemüsecharts liegen, doch gibt es unheimlich viele Top-Argumente die für Rosenkohl sprechen. Auch kann man daraus viele leckere Gerichte zaubern. Er hat eine Chance verdient. Würkli.

 

Er ist gesund. Ja, diese Information ist sicherlich schon zu euch vorgedrungen. Aber gesund allein ist ja auch nicht alles. Zum Geschmacklichen kommen wir gleich. Hier sind erst mal die überzeugenden Fakten punkto Gesundheit:

  • Rosenkohl ist ein Top-Eiweisslieferant und hat einen hohen Eisengehalt. Also DAS Gemüse für Vegetarier.
  • Mit seinem hohen Vitamin C-Gehalt kurbelt er das Immunsystem an. Was vor allem im Herbst und Winter hilfreich ist. Rosenkohl hilft somit gegen Pfnüsel und grippale Infekte.
  • Rosenkohl ist ballaststoffreich und Ballaststoffe wirken sich wiederum positiv auf den Darm aus.
  • Antioxidantien sind wichtig. Das haben wir alle schon gehört. Aber warum? UV-Strahlung, Abgase, Umweltgifte, Alkohol, Zigaretten.. all das Zeug greift unsere Zellen an und verursacht oxidativen Stress. Die Folge bei einem Zuviel sind diverse Krankheiten und eine Beschleunigung des Alterungsprozesses. Antioxidantien, die in diversen Lebensmitteln (Gemüse, Nüsse, Kräuter, Öle, Fette..) enthalten sind, kämpfen dagegen an. Und die sind in grossen Mengen auch in Rosenkohl enthalten.
  • Folsäure, auch die ist im Rosenkohl zu finden. Gerade bei Schwangeren wichtig.
  • Und Rosenkohl ist auch ein prima Kalium-Lieferant. Und Kalium hilft zB gegen Bluthochdruck.

 

Wahnsinn was so ein kleines Knöspchen alles kann. Und sie sind doch auch hübsch. Sie sehen aus wie kleine, süsse Babysalatköpfe.

 

IMG_1580

 

 

Früher lagen die bei uns immer ganz am Stück im Teller. Gebraten, gedünstet, gebacken. Und ja, ich habe Rosenkohl schon immer gemocht. Damit stand ich zuweilen etwas alleine da. Aber ich war als Kind eine beängstigend unkomplizierte Esserin. Dennoch, ich denke man sollte Rosenkohl eine Chance geben. Er mag etwas herb schmecken, oder leicht bitter, aber man könnte den Rosenkohl mit etwas Süssem kombinieren, Cranberries zum Beispiel. Oder mit einer süssen Sauce, mit Honig, servieren. Auch Rahm macht den Geschmack etwas dezenter.

 

Ich habe bisschen rumexperimentiert und mit folgender Zubereitung (die man in ähnlicher Weise für gleich mehrere Menüs verwenden kann) sogar einen Rosenkohlgegner (O-Ton: „Rosenchohl hani GAR NÖD gern und vor allem ned i dere Bölleliform“) überzeugt.

 

Angefangen damit, dass ich dem Rosenkohl halt die Bölleliform genommen habe. Er ist kaum wieder zu erkennen.

 

IMG_1581

 

Dieses Schicksal ereilte den Rosenkohl dann auch für alle der folgenden Gerichte.

 

Rosenkohl-Bereitstellung für die folgenden Rezepte:

  • Strunk wegschneiden.
  • Die äusseren Blätter entfernen.
  • Gut waschen.
  • In feine Scheiben schneiden.

 

 

RISOTTO MIT ROSENKOHL UND EIERSCHWÄMMEN

Zutaten für 4 Personen:

  • 1 Tasse Risottoreis
  • 200g Eierschwämme
  • 150g Rosenkohl in Streifen, vorbereitet
  • 1 Zwiebel
  • Olivenöl
  • Weisswein
  • Gemüsebouillon
  • 1 EL saurer Halbrahm
  • 1 unbehandelte Zitrone
  • Parmesan
  • Salz & Pfeffer

 

Zubereitung:

Eierschwämme gut waschen, trocken tupfen und beiseite stellen.

Zwiebel klein hacken und in etwas Olivenöl andünsten. Reis dazu geben und mitdünsten. Rosenkohl (vorbereitet, siehe oben) dazu geben und nochmal mitdünsten. Mit Weisswein ablöschen. Eierschwämme beifügen. Wasser aufkochen und portionenweise hinzu geben. Mit Bouillon würzen und immer wieder umrühren, bis der Risotto gar ist.

Die Schale einer unbehandelten Zitrone in den Risotto raffeln. Den sauren Halbrahm dazu geben (macht ihn schön cremig), sowie Parmesan – Menge je nach Geschmack. Mit Salz & frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken.

 

IMG_1629

IMG_1609

 

 

 

ROSENKOHL-PASTA

Zutaten für 3 Personen:

  • 300g Penne
  • 300g Rosenkohl in Streifen, vorbereitet
  • 1 TL Ghee (oder Bratbutter)
  • Gemüsebouillon – Menge je nach Geschmack
  • 200ml Halbrahm
  • 1/2 Limette
  • Parmesan

 

Zubereitung:

Penne in Salzwasser al dente kochen.

Rosenkohl (vorbereitet, siehe oben) in etwas Ghee andünsten und mit etwas Gemüsebouillon ablöschen. Ca. 15 Minuten köcheln lassen und am Schluss Halbrahm dazu giessen, sowie den Saft einer halben Limette. Frischen Parmesan darüber streuen und alles unter die Pasta mischen.

 

 

IMG_1588

IMG_1594

 

 

Und weil Rosenkohl so herrlich zu Kartoffeln und Speck passt, habe ich die exakt gleiche Sauce noch für ein leckeres Kartoffelgnocchi-Gericht verwendet.

 

IMG_1662

IMG_1653

 

Die Speckstreifen werden hierfür im Ofen bei etwa 170 Grad rund 15-20 Minuten gebacken. Anschliessend herausnehmen und auf einem Stück Haushaltspapier abtropfen lassen.

..und sollten noch Resten der Sauce übrig bleiben, macht sich diese am Folgetag auch auf einem gerösteten Brot sehr gut..

 

IMG_1599

 

GESAMTES REZEPT ZUM AUSDRUCKEN

 

Tipps zum Rosenkohl:

  • Am besten, da etwas feiner im Geschmack, schmeckt der Rosenkohl nach dem ersten Frost. Ähnlich wie der Federkohl.
  • Ihr solltet ihn dunkel lagern. Im Kühlschrank ist er – in einem Plastiksäckchen – gut ein paar Tage haltbar.
  • Fein geschnittener Rosenkohl schmeckt auch im Salat.
  • Aus Rosenkohl lässt sich für Kleinkinder auch ein Püree/Brei machen.
  • Im Winter schmeckt auch ein cremige Rosenkohlsuppe. Ein Löffel Mascarpone am Schluss dazu, macht sie leicht süsslich.

 

Die Rosenkohlsaison dauert in der Schweiz von September bis Februar. Es ist hilfreich und wird euch inspirieren (bringt frischen Wind in den Menüplan) immer wieder mal einen Blick auf einen guten und übersichtlichen Saisonkalender zu werfen. Einen solchen findet ihr unter www.gemuese.ch/Saisonkalender.