Schwarzwurzel Auflauf

Die Schwarzwurzel ist ein Top-Wintergemüse. Top weil voller Nährstoffe. Und weil sehr lecker und vielseitig einsetzbar. Zum Beispiel in einem herrlichen Auflauf.

 

So im Laden geben sie ja nicht viel her. Verdreckt und holzig liegen sie so da. Aber man soll sich von Äusserlichkeiten ja nicht beeinflussen lassen. Wie im Leben auch.

Schwarzwurzeln haben einen hohen Vitamin B, E und C-Gehalt und viele Mineralstoffe wie Phosphor, Eiweiss oder Kalzium. Ausserdem wirken sie sich günstig auf den Stoffwechsel und die Darmflora aus. Und sie liefern wenig Kalorien.

Wer welche kauft, sollte darauf achten, dass die Wurzeln fest sind, nicht weich. Und mehr oder weniger gerade, das vereinfacht das Schälen. Auch sollten sie nicht zu dick sein.

Man kann sie ähnlich wie Spargeln verarbeiten. Mit einer Sauce Hollandaise oder Bérnaise, mit etwas Schinken. Auch in einem Risotto schmecken sie köstlich. Oder als Suppe. Oder man bereitet diesen fabelhaften Auflauf zu.

 

Ich muss aber auch ganz ehrlich sagen, dass die Schwarzwurzelzubereitung wenig bis keinen Spass macht. Es wird eine Sauerei geben. Je nachdem wie gearbeitet wird, mittel bis gross. Ausserdem sondern die Wurzeln eine klebrige Flüssigkeit ab. Die finden sich an Sparschälern, Schüsseln, dem Seifenspender und auch sonst allem wieder, das mit der Schwarzwurzel oder der bearbeitenden Hand in Berührung kam. Und die Reinigung der klebrigen Stellen ist auch kein Spass. Aber sie sind es eben Wert. Und ihr könnt mir glauben, dass ich die kein zweites Mal machen würde, wenn es sich nicht lohnen täte.

 

 

VERARBEITUNG

Als erstes müssen die Wurzeln unter fliessendem Wasser fest abgeschrubbt werden. Unter fliessendem Wasser deshalb, damit die Sauerei nicht ganz so gross wird. Sie kommen frisch aus der Erde. Und das sieht man ihnen an.

 

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Beim Schälen sollte man Handschuhe tragen, und allenfalls eine Schürze. Des Wurzels Saft färbt ansonsten Hände und Kleidung erbarmungslos bräunlich. Und ihr wollt die klebrige Flüssigkeit auch nicht an der Hand haben. Wirklich nicht.

 

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Sind sie geschält, sollten sie augenblicklich in ein Mehl-Essig-Wasser gelegt werden, denn sie verfärben sich sehr schnell.

Dazu eine Schüssel mit kaltem Wasser bereit stellen. Etwas Weinessig rein, sowie etwas Mehl reinsieben und gut vermischen. Dann den geschälten Schwarzwurzel bis zur Weiterverarbeitung reinlegen.

 

 

SCHWARZWURZELAUFLAUF an einer cremigen Zitronensauce

 

Zutaten für eine kleine Auflaufform:

  • ca. 10 Schwarzwurzeln
  • 1 Bio-Zitrone (Schale & Saft)
  • ca. 20g Paniermehl (am besten selbstgemachtes aus hartem Brot, in groben Stücken)
  • Oregano
  • Petersilie
  • ca. 20g Emmentaler-Gruyère-Mischung
  • 1 Packung Schinken (ca. 6 Tranchen)

 

Für die Sauce:

  • 1cm grosses Stück Butter
  • 1 EL Mehl
  • 2dl Gemüsebouillon
  • 1dl Milch
  • Schale der obigen ganzen Zitrone
  • Saft der obigen halben Zitrone
  • Pfeffer & Salz

 

 

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Zubereitung:

Die geschälten und allenfalls halbierten Schwarzwurzeln in kochendes Salzwasser geben, welches einen Spritzer Zitronensaft enthält. Bissfest garen. Das dauert knappe 20 Minuten – je nach Dicke der Wurzeln.

Zitrone gut waschen und ganze Schale abreiben und beiseite stellen. Petersilie waschen, trocken tupfen, klein hacken und beseite stellen. Trockenes Brot im Universalzerkleinerer zerhacken. Käse mit dem gemahlenen Brot (oder Paniermehl) vermischen.

In einem kleinen Topf Butter schmelzen, 1 EL Mehl beigeben, mit dem Schwingbesen vermischen und anschwitzen. Bouillon, Milch, Zitronenschale und etwas Zitronensaft dazugeben und aufkochen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und allenfalls noch etwas mehr Zitronensaft dazu geben. Beiseite stellen.

Auflaufform mit wenig Butter einfetten.

Sind die Schwarzwurzeln bissfest, Wasser abgiessen und kurz abkühlen lassen. Anschliessend jeweils 2-3 Wurzeln in ein Stück Schinken wickeln und in die Auflaufform legen. Sind alle Wurzeln eingewickelt, diese mit der Sauce übergiessen, die Käse-Brot-Streusel und etwas Oregano darüber streuen.

Im oberen Teil des Backofens bei 220° rund 6 Minuten goldbraun backen.

Am Ende die gehackte Petersilie darüber streuen und sofort servieren.

 

 

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Dazu passen Pommes ganz gut. Und allenfalls ein Salat.

 

Hier gibts mehr zum Thema Wintergemüse. Und hier DAS REZEPT ZUM AUSDRUCKEN.